Forschungsprogramm Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen

HGF-Sprecher: Prof. Dr. Norbert Huebner

Kardiovaskuläre Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in unserer Gesellschaft. In Deutschland allein erleiden etwa 300.000 Patienten jährlich einen Herzinfarkt, 80.000 einen Schlaganfall. Pro Jahr werden mehr als 20.000 Deutsche wegen Nierenversagens behandelt. Bereits jetzt nehmen herzkreislaufbedingte Erkrankungen mit einem 12.4%igen Anteil am gesamten Gesundheitsbudget eine Spitzenstellung innerhalb der verschiedenen Krankheitsfelder ein. Auf Grund des zunehmenden Durchschnittsalters unserer Bevölkerung wird die Bedeutung kardiovaskulärer Erkrankungen für unser Gesundheitssystem noch dramatisch steigen. Die Erforschung der Ursachen und die Entwicklung neuer Strategien zur Therapie von Herz-Kreislauf- und Stoffwechseldefekten ist somit eine vordringliche Aufgabe biomedizinischer Forschung in der HGF. Ziel des Forschungsprogramms Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen am MDC ist die Erforschung der genetischen Ursachen kardiovaskulärer Erkrankungen und die Entwicklung neuer Strategien zu deren Diagnose und Therapie. In einem konzertierten Ansatz aus Grundlagenwissenschaft, klinischer Forschung und Biotechnologie soll dieses Ziel erreicht werden. Grundlegendes Konzept der verschiedenen Forschungsansätze ist hierbei die komperative, funktionelle Genomforschung. Durch vergleichende Untersuchungen an Patienten and an Modellsystemen wie dem Zebrafisch, dem Krallenfrosch, der Maus und der Ratte werden grundlegende genetische Mechanismen monogener und komplexer kardiovaskulärer Erkrankungen aufgeklärt und Krankheitsprozesse in Zellsystemen, in Tiermodellen und im Menschen untersucht. In Übereinstimmung mit den Empfehlungen der Gutachterkommission wird der Forschungsbereich Herz-Kreislaufforschung am MDC zukünftig in drei thematische Schwerpunkte (Disease Topics) gegliedert: * Bluthochdruck und Nierenkrankheiten (Hypertension Vascular Disease and Kidney Disease) * Herzkrankheiten (Heart Disease) * Stoffwechselkrankheiten, Genetik, Genomik und Bioinformatik (Metabolic Diseases, Genetics, Genomics and Bioinformatics) Ziel des Schwerpunktes Bluthochdruck und Nierenphysiologie ist ein besseres Verständnis komplexer regulatorischer Mechanismen der Blutdrucksteuerung und der Rolle der Niere in diesen Prozessen. Hierzu werden insbesondere genetische Untersuchungen an Patientenkohorten und an Rattenmodellen mit erblichen Formen des Bluthochdrucks durchgeführt und Kanidatengene für Hypertension identifiziert. Durch die Erstellung transgener Maus- und Rattenmodelle werden diese Kandidatengene in Tiermodellen validiert. Der Bereich Heart Disease fokussiert sich insbesondere auf die monogenen Ursachen von Kardiomyopathien. Ein besonderer Schwerpunkt ist hier das Clinical Research Center der Franz-Volhard-Klinik zur phänotypischen Untersuchung und zur genetischen Charakterisierung betroffener Familien. Wichtige Krankheitsgene kardialer Erkrankungen konnten hier bereits identifiziert werden. Metabolic Diseases als dritter thematischer Schwerpunkt der Forschungsaktivitäten des MDC wird zur Zeit thematisch und personell restrukturiert. Metabolische Störungen wie Adipositas, Hyperlipidämien oder Diabetes sind wesentliche Risikofaktoren kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität und somit von zentraler Bedeutung für alle kardiovaskulären Forschungsthemen. Vordringlichstes strategisches Ziel der Herz-Kreislaufforschung am MDC ist der zukünftige Ausbau der funktionellen Genomforschung im Bereich der Stoffwechselkrankheiten durch Neuberufungen.

 

Genetik und Pathophysiologie


Systembiologie von Gen-regulatorischen Elementen

(Prof. Dr. Nikolaus Rajewsky)

Proteom Dynamik

(Prof. Dr. Matthias Selbach)

Mobile DNA

(Dr. Zsuzsanna Izsvak)

Experimentelle Ultrahochfeld-MR

(Prof. Dr. Thoralf Niendorf)

Mathematische Zellphysiologie

(Dr. Martin Falcke)

Hypertonie-vermittelter Endorganschaden

(Prof. Dr. Dominik Müller)

(Priv. Doz. Ralf Dechend)

Molekulare und translationale Nierenforschung

(Prof. Dr. Kai Schmidt-Ott)

Grundlegende Konzepte der kardiovaskulären Funktion


Molekulare Muskelphysiologie

(Prof. Dr. Ingo Morano)

Molekulare Herz- Kreislaufforschung

(Prof. Dr. Thomas Willnow)

Integrative Vaskuläre Biologie

(Prof. Dr. Holger Gerhardt)

Metabolische Dysfunktion als Risikofaktor


Molekulare Epidemiologie

(Prof. Dr. Tobias Pischon)