Hermann Bachmann

Das große Bild “Lichtspur” (1990) von Hermann Bachmann (1922-1995) akzentuiert den Otto-Warburg-Saal. Es konnte mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin im Rahmen des Projektes “Skulpturenpark” erworben werden.

“(...) Kein Geringerer, in seinem Urteil weniger kritischer Mann als Karl Hofer war es, der damals Bachmann “ohne Übertreibung” bescheinigte, “der bedeutendste und zukunftsreichste junge Künstler der Ostzone” zu sein. In dieser hohen Meinung hat Hofer über die Jahre recht behalten.

Denn Bachmann ist nicht nur ein großer hallescher Maler. Er gehört zu den großen deutschen Malern unserer Zeit überhaupt. (...)

Von Bachmanns Rang wissen vor allem Maler, auch Kunsthistoriker, Kritiker, Museumsleute. (...)

Es sind Bilder von äußerster Dichte und Intensität. Daß es zu solcher Dichte kommt, hat natürlich mit Begabung zu tun, auch mit Erfahrung inzwischen, vor allem mit Arbeit; Arbeit aus jener Art von Besessenheit heraus, aus der große Kunst nur entstehen kann. (...)

Malerei (...) ist für Hermann Bachmann eine existentielle Angelegenheit. Sie ist gewissermaßen sein Leben, unablässig.

Jürgen Scharfe, 1992

Hermann Bachmann

Lichtspur, 1990, Acryl auf Nessel

Traum vor Sonnenaufgang im Februar 1992, Hermann Bachmann

Vor mir ein prachtvoller Bau - - - schloßähnlich mit großer Freitreppe, Rampe wahrscheinlich. Ich besuche meine Ausstellung. Viele Menschen in Betrachtung meiner Bilder - - - Riesenraum, vollgehängt. Sieht sehr gut aus so. Es genügt mir diese Ausstellung trotzdem nicht. Fliegen will ich, was ich kann. Vor mir eine Gruppe von aufmerksamen Wissenschaftlern, Filmapparate, Presse usw. Als ich um Gehör bitte, ist vollkommene Ruhe; meine Behauptung, fliegen zu können, stößt auf verlegenes Schweigen. In der Mitte des Raumes wird Platz gemacht und ich beginne mit Drehbewegungen um die eigene Achse, hebe vom Boden ab, sehr leicht, beginne zu schweben, habe schon eine Höhe von 5 bis 6 Metern erreicht, über der Mitte der Raumhöhe wird das Schweben sehr leicht, die Zimmerdecke zieht mich an. Es ist wunderbar, weil mühelos. Zurück zum Fußboden gelingt auch, ich lande auf beiden Füßen. Großer Applaus, die Wissenschaftler umringen mich und sind begeistert, - - - eine Sensation. Von links kommt mein Freund Rudolf Springer, er hat alles gesehen, ich frage: na? - - - darauf er: ganz gut, aber fliegen kann jede Fliege. Baselitz jedoch kann auf dem Stuhl sitzen, ohne umzufallen - - - darauf ich: und Beuys konnte liegen, ohne umzufallen. - Schluß.

Biographie   

Jahr

Ereignis

1922 am 16. Januar in Halle/S. geboren
Erste Anleitung im Atelier des Vaters
(Plastik und Malerei)
1936-41 Schriftsetzerlehre, Kunstschule (Schrift) in Offenbach a. M.
Privatunterricht im Aktzeichnen und Malen bei Otto Fischer-Lamberg in Halle/S.
Teilnahme an Kunstausstellungen in Sachsen-Anhalt
Besuch der Ausstellung "Entartete Kunst" in Leipzig
1941-45 Teilnahme am Feldzug gegen die Sowjetunion. Zwei Schützengrabenbilder wurden von einer Jury (Jahresausstellung im Moritzburgmuseum in Halle/S.) angenommen und während der Ausstellungseröffnung durch einen politischen Funktionär entfernt (Wehrkraftzersetzung)
In den letzten Kriegstagen mit einer Verwundung zurück nach Halle/S.
Eigenes Atelier und Wohnung der Eltern werden ausgebombt
1945 Freischaffender Maler in Halle/S.
1946 Heirat mit Gisela Ruffert (Bildhauerin)
1947 Geburt des Sohnes Amicus
1949 Blevin-Davis-Preis, München
1953 Übersiedlung nach Berlin (West)
Geburt der Tochter Susanne
1954 Stipendium des Kulturkreises (BDI)
1957 Dozent an der H. f. b. K. Berlin (West)
Berliner Kunstpreis
1959 Preis der Stadt Hannover
1961-87 Professor an der H. f. b. K. Berlin (West) (Seit 1975 HdK, Berlin)

 

Hermann Bachmann 2

Hermann Bachmann lebte und arbeitete bis 1995 in Berlin und Karlsruhe.