Nr. 13 / 08. Juni 2017

Dem wissenschaftlichen Vermächtnis von Max Delbrück verpflichtet


Die Delbrücks im Labor

Lina und Jonathan Delbrück betrachten durch das Mikroskop Zebrafische am MDC. Bild: Svea Pietschmann / MDC

Gruppenfoto der Delbrück Familie

Die Besucher neben der Büste Max Delbrücks am MDC: Ur-Enkel Jude, Liam, Ewan und ihre Eltern Isadora und Robert, Nicola und Jonathan, sowie Jonathans Kinder Max und Lina und ihr Freund Owen (v.l.n.r). Bild: Svea Pietschmann / MDC

Die Familie des MDC-Namensgebers besuchte das Berliner Forschungszentrum und informierte sich über Anfänge, Geschichte und Perspektiven der molekularen Medizin in Berlin

Er war der Begründer der Molekularbiologie. Nach ihm ist das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) benannt, das vor 25 Jahren gegründet wurde und heute zu den international renommierten Einrichtungen seiner Art zählt. Bis 1938 lebte der gebürtige Berliner, Physiker und Nobelpreisträger Max Delbrück (1906-1981) in der Hauptstadt, wo er den Aufbruch in der Teilchenphysik miterlebte und seine erste wichtige Arbeit zu den molekularen Grundlagen der Genetik verfasste. Ein Forschungsstipendium brachte ihn Ende der dreißiger Jahre in die USA. Dort entstanden seine bahnbrechenden Arbeiten zum Nachweis der molekularen Existenz von Genen.

Was hat sich in mehr als 80 Jahren molekularbiologischer Forschung getan? Wie leben die Gedanken von Max Delbrück, der sich stets für eine offene und interdisziplinäre Forschung stark gemacht hatte, auf dem Forschungscampus seiner Heimatstadt fort? 

Am 2. Juni 2017 besuchten Mitglieder der in den USA lebenden Familie von Max Delbrück, seine Kinder Jonathan Delbrück und Nicola Salmon mit acht Kindern und Enkeln, das MDC. Beim Rundgang über den Campus in Berlin-Buch und in den Laboren bekamen sie Einblicke in die moderne Molekularbiologie: von Zebrafisch-Embryonen, deren genetisch veränderte Herzen unter dem Mikroskop schlagen, bis zur außergewöhnlichen Tierspezies der Nacktmulle, die genetisch vor Unterzuckerung und Sauerstoffmangel geschützt sind.

Nach dem Krieg unterstützte Max Delbrück den Aufbau der Molekularbiologie in Deutschland

In Gesprächen mit dem Gründungsdirektor des MDC, Prof. Detlev Ganten, und dem derzeitigen Wissenschaftlichen Vorstand, Prof. Martin Lohse, sowie weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Zeitzeugen konnten Erinnerungen an persönliche Begegnungen, Erlebnisse und Berichte wachgerufen werden. 

Nach dem Krieg lebte Max Delbrück mit seiner Familie einige Jahre in der Bundesrepublik und wirkte an der Gründung des Instituts für Genetik der Universität Köln sowie der Universität Konstanz entscheidend mit. Die Entwicklung der Molekularbiologie in Berlin konnte er nicht mehr verfolgen. „Für unsere Familie ist es besonders interessant, die Geschichte des Max-Delbrück-Centrums und den Anteil, den Max Delbrück hatte, besser zu verstehen, auch seine Kontakte in den Osten Deutschlands“, sagte Nicola Salmon nach dem Besuch.

 

Medienkontakte

Dr. Annette Tuffs

Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft
Leiterin der Abteilung Kommunikation

030 9406-2140
annette.tuffs@mdc-berlin.de

Jana Schlütter
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft
Redakteurin, Abteilung Kommunikation

030 9406-2121 
jana.schluetter@mdc-berlin.de

 

Weitere Informationen

 

Bilder zum Download